Eisbomben für "schwitzende" FischeWer in diesen Tagen das Aquarium im Allwetterzoo Münster besucht, wundert
sich: Neben Piranha, Kardinalfisch oder Bäumchenkoralle schweben
Plastikflaschen im Becken. Was auf den ersten Blick wie Schlampigkeit der
Tierpfleger aussieht, ist dringend notwendig. Das zu Eis gefrorene Wasser in
den Flaschen gibt nämlich seine Kälte an das Aquariumwasser ab und senkt
damit die Temperatur im Lebensraum der Fische. Im Korallenbecken
beispielsweise ist es normalerweise 25 Grad warm, heute morgen waren es
bereits 31,5 Grad. Infolge der andauernden Hitze der letzten Tage steigt vor
allem die Wassertemperatur in den Becken im Obergeschoss des Aquariums an,
aber auch im kühleren Untergeschoss wurden heute schon Werte von 29,5 Grad
gemessen. Das war für Revierleiterin Anke Gassner Grund, Alarm zu schlagen.
Sofort wurden 15 Kisten Leergut besorgt, gefüllt und in die Tiefkühlräume
des Zoos gebracht, damit so schnell wie möglich "Eisbomben" eingesetzt
werden können. Weil das Eis in den Flaschen rasch schmilzt, müssen laufend
neue "Kühlflaschen" her, so dass die Tierpfleger bei dieser Hitze eine
enorme zusätzliche Arbeitsbelastung haben!
Zu hohe Temperaturen können auch für tropische Aquarienbewohner, für die im
Zoo unter normalen Bedingungen das Wasser erwärmt wird, tödlich sein, weil
das ökologische Gleichgewicht im Becken stark gestört wird. Zum einen nimmt
der Sauerstoffgehalt ab, zum anderen können die im Wasser lebenden
Bakterien, die Kot und Futterreste zersetzen, bei zu hohen Temperaturen
nicht mehr arbeiten. Weil für die Tiere in ihrem künstlichen Lebensraum das
Wasser entsprechend ihren Bedürfnissen aufbereitet wird, ist es auch nicht
möglich, einfach eiskaltes Wasser in die Becken laufen zu lassen, das würden
Fische und Niedere Tiere auch nicht überleben....