...mit feuerroten Haaren!Die Freude bei den Tierpflegern in der ZoORANGerie im Allwetterzoo Münster war groß, als ihnen „Temmy“ am zweiten Weihnachtstag bei Dienstbeginn ihr Neugeborenes präsentierte. Das achtundzwanzigjährige Orang-Utan-Weibchen hatte in der Nacht ein gesundes männliches Baby zur Welt gebracht. Die ersten Tage verbrachten Mutter und Kind hinter den Kulissen, denn „Temmy“ war von der Geburt offensichtlich erschöpft. Am 3. Januar war dann Premiere für die Zoobesucher: Sie konnten „Temmy“ und ihren Sohn erstmalig sehen. Vorerst leben Mutter und Kind nur mit den beiden potentiellen Vätern zusammen, getrennt von der übrigen Gruppe. Wer nun der tatsächliche Erzeuger ist, wird durch einen Vaterschaftstest noch geklärt werden müssen. In Frage kommen zwei neunjährige Dänen, „Pongo“ und „Demo“, die Ende 2004 aus dem Zoo Aalborg nach Münster kamen.
„Temmy“, 1981 im Zoo Duisburg geboren, lebt seit der Eröffnung der ZoORANGerie im Herbst 2000 in Münster. Sie hatte in ihrem Heimatzoo bereits zweimal Nachwuchs, den sie jedoch leider nicht angenommen hatte. Jetzt scheint alles gut zu klappen; denn sie kümmert sich rührend um ihren Spross. Auffällig ist ihre besondere Art, das Jungtier zu „sichern“, wenn sie in luftiger Höhe von Ast zu Ast hangelt: Sie nimmt eine Hand des Kleinen ins Maul, damit es ja nicht abrutscht. Junge Orang-Utans krallen sich zwar instinktiv fest ins Fell der Mutter, aber man kann ja nie wissen!
Im Allwetterzoo ist man sehr glücklich über den Zuchterfolg bei diesen von der Ausrottung stark bedrohten Menschenaffen. 1995 war mit „Mali“ das letzte Jungtier in Münster geboren worden. „Mali“ wird übrigens ebenfalls bald Mutter - und wieder wird sich die Frage nach dem Vater stellen. Sicher ist nur, dass es nicht der knapp 35jährige „Jonny“ sein kann, er ist nicht mehr zeugungsfähig. Insgesamt leben in Münster derzeit acht Orang-Utans, deren Ursprungsheimat die indonesische Insel Borneo ist.
03.01.2007